BIS AN DIE GRENZEN DER ERDE



«Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt» (Joh 12,46). Der das gesagt hat, sagt auch: «Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiss, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.»

Diese wenigen Sätze aus dem Evangelium nach Johannes lenken unsere Gedanken hin zur Aussage im Glaubensbekenntnis, darin es heisst: «Ich glaube an Gott, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.» Wenn Jesus also von seinem Vater spricht, so spricht er von jenem Vater, aus dem alles Leben, alles Schöpferische, kommt. Alles, was lebt.

Viele suchen derzeit im Dunkeln nach einem Funken Licht, nach einem Lichtstrahl und erleben derzeit ein erstes Mal im Leben eine sichtbare, grössere Hürde. Eine, wie es scheint, unfreiwillig aufgezwungene Aufgabe, deren Lösung nicht einfach zu finden zu sein scheint. Viele stehen möglicherweise gar vor dem Ruin, vor der Zerstörung einer über Jahre aufgebauten Existenz. Weit entfernt, aber immer noch auf unserem wunderbaren blauen Planeten, trauern Menschen nicht dem Geld nach, sie weinen, weil sie Hunger haben. Ihnen fehlt das Essen, nicht der Kunde, nicht der Tourist, nicht die Dividende fehlt, es fehlt das Essen. Andere leiden unter dem Hunger einer fehlenden Umarmung, einer längst fälligen Begegnung mit einem sehnlichst erwarteten Visavis. Die Isolation ist zum Gefängnis geworden. Das Getrennt sein von den Lieben zur unrecht empfundenen Strafe.

Das derzeit weltweit Erlebte birgt in sich ungeahnte Dimensionen. Des Guten wie auch Unguten. Währenddessen von unerwarteter Seite eine noch weniger erwartete Hilfeleistung kommt – und dies geschah und geschieht nach wie vor in grossem Ausmass, um das schwer Tragbare dieser Tage etwas erträglicher zu gestalten, greifen spitzige Zungen lieber zu Verschwörungstheorien, ziehen den Mantel der Allwissenheit an oder ganz banal, strecken da ungeniert ihre Hände aus, um Unsummen zu empfangen, wo ihre Hände doch Gebende sein könnten, würden sie es wirklich wollen. Nicht immer ist alles so, wie es zu sein scheint. Diese Zeilen sind davon nicht ausgenommen.

Die Apostelgeschichte kennt etwas anderes, das ebenfalls bis an die Grenzen der Erde geht. Das Wort Gottes. «In jenen Tagen wuchs das Wort des Herrn und breitete sich aus» Apg 12,24. Und wo dieses Wort sich ausbreitet, wo es gehört und aufgenommen wird, weicht die Dunkelheit. «Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in Finsternis bleibt», so spricht Jesus.

Guido I. Tomaschett Diakon

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